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Konzept

Konzept Tanzstück
EGO
ego

Idee, Konzept und Realisation: Lua Virtual
Choreographie und Tanz: 12 TänzerInnen + Lua Virtual, 1 Jongleur, Trapezkünstler, etc.
Assistenz: Jefferson Ramos, Carla Almeida
Dauer: ca. 60 Minuten
Spielstätte: Fabrikhalle, 1210 Wien, Shuttlewortgasse
Datum der Uraufführung: Freitag 13.Oktober 2006 (anschließend weitere
Aufführungen inklusive an Schulen – z.B.
Gehörlosenschule in Wien, in sozialen
Einrichtungen, sowie Teilnahme an Festivals
im In-, und Ausland – z.B. Brasilien „Atelier
de Choreografos“ – geplant)
Probezeit: Februar – Oktober 2006

Thema

Das EGO ist ein wichtiges und wertvolles Instrument des Menschen. Ursprünglich als existentieller Instinkt und Selbstschutz, vor wilden br Tieren zu fliehen, anstatt sich von ihnen fressen zu lassen. Es gehört zum natürlichen Überlebenstrieb und ist z.B. verantwortlich für Futterneid   um nicht selbst zu verhungern.

Es proportioniert Durchsetzungskraft im Zusammenleben mit den Mitmenschen, wenn diese nötig ist.

Das globale Problem der gesellschaftlichen Entwicklung weltweit ist, dass sich dieses EGO zum alles bestimmenden Antrieb entwickelt hat.

Je mehr ich für mich aus einer Situation rausschlagen kann, je mehr ich habe im Vergleich zu meinen Mitmenschen, desto glücklicher fühle ich  mich. Je mehr Macht, Einfluss, Schönheit, Geld und Komfort, Anerkennung, Aufmerksamkeit ich erreiche, desto befriedigter ist mein EGO. Was aber nicht gleich zu setzen ist mit authentisch empfundenem persönlichem Glück!

Ich selbst in meiner Essenz fühle mich verloren in meiner Orientierungslosigkeit, und im ständigen nicht enden wollenden Konkurrenzkampf mit den anderen. Zu allem Übel dieses kräfteraubenden Gegeneinanders fühle ich mich zusätzlich auch noch unfrei, da so ein EGO sich mit auch noch so überragenden Errungenschaften niemals wirklich lange zufrieden gibt.

Und so windet sich jeder Einzelne von uns in diesem Kampf, fühlt sich überfordert, steht sich selbst im Weg, findet keinen Ausweg, ausgebrannt wie ein Drogenabhängiger, als Sklave seines überdimensional gewordenen EGOS.

Unternimmt man Recherchen über die großen Problematiken dieses Planeten (Terror, Kriege, Wirtschaftskollaps, usf.) trifft man unweigerlich immer auf den Egoismus des Menschen als Ursache des Übels.

Umsetzung in Skriptform Szene N° 1.1 „Ich fühle mich unfrei“

ich fühle mich unfrei

Eine Person hängt an den Händen an zwei Elastikbänder gebunden in der Mitte der Bühne – sie macht Anstalten Bewegungsabläufe durchzuführen (choreographisch werden Elastizität und Beschaffenheit der Bänder ausgeschöpft) – findet keine Bewegungsfreiheit und gibt schließlich auf. Nach einer Pause spricht erschöpft in einer Mischung aus Tragik und Komik: „Irgendwie fühl’ ich mich unfrei.“
Szene N° 2.1 „Menschen verstricken sich in ihren Beziehungen bis keiner mehr einen Ausweg findet“

Menschen verstricken sich in ihren beziehungen bis keiner mehr einen ausweg findet Zehn Tänzer kommen in Form von Duos, Trios, Soli auf die Bühne und tanzen kleine Geschichten / Situationen / Szenen, schnell sich verändernde Interaktionen, welche Komik, Tragik, Anmut, zwischenmenschlicher „Beziehungskram“, uvm. vermitteln.

Sie tragen Gummibänder mit Klettverschlüssen an Hand-, und Fußgelenken, Oberarmen und Ellbögen. Im Zuge des Tanzens stellen sie Bindungen zueinander her, in bestimmten Beziehungsmustern verstricken sie sich immer mehr mit diesen Gummibändern, mit denen sie einander an sich binden oder gebunden werden, bis kein Bewegungsfluss mehr möglich ist, und alle Tänzer in einem einengenden Fleischberg inmitten der Bühne verstrickt sind. -> black out

das ego wird vorgestellt Szene N° 3.1 „Das Ego wird vorgestellt“

Eine weibliche Performerin kommt seitlich aus dem Vorhang auf die Bühne, hinter sich zieht sie auf einem Rollwägelchen ein zwei ein halb Meter großes, aufgeblasenes, schwarzes EGO.

Sie stellt dieses dem Publikum vor, berichtet über den Einfluss desselben auf ihr Leben, und regt mit Anspielungen die Zuschauer dazu an, über die Auswirkungen des EGOS auf ihr eigenes Leben nachzudenken.

Szene N° 4.1 „Ein Mitmensch mit einem noch größeren Ego“

ein mitwensch mit einem noch größerem ego In einer betreten Pause tritt ein männlicher Performer mit einem noch um einiges größeres, aufgeblasenes, schwarzes EGO und einem breiten Grinsen aus dem rechten Vorhang auf.

Er spricht Bewegungen aus – z.B. „Schulterblatt auf Schulterblatt Jesus kopfüber“ – die niemand versteht, und möchte damit die weibliche Performerin zu einem Duett überreden.

Er lässt ihrem EGO etwas Luft raus, und sie entspannt sich.

Szene N° 4.2 „Menschen in einem kreativen Akt tiefer Verbundenheit“

Ein Duett wird getanzt, zu ernster Musik, gleichzeitig wird dahinter ein Video von den Proben – den Missgeschicken, den Schwierigkeiten und Diskussionen beim Einstudieren der Hebefiguren, sowie der Spaß, die Ausdauer und die Freude an der Arbeit gezeigt.

Szene N° 4.3 „Die Illusion, die das Ego so liebt, verdirbt alles“

die illusion, die das ego so liebt, verdirbt alles Erschöpft und zufrieden sitzen die beiden Performer beisammen und genießen die Zweisamkeit.

Eine 2,5m Durchmesser große, durchsichtige PVC Kugel rollt auf die Bühne, in der ein e anmutige Tänzerin sich bewegt. Sie verkörpert die Illusion, die das EGO so liebt, und von der es sich gerne täuschen lässt – eine wunderschöne Seifenblase.

Nach ihrem magischen Solo ist der männliche Performer verzaubert und folgt ihr von der Bühne nach links ab.

Szene N° 5 „Der Schmerz treibt zur Suche nach einem Ausweg“

der schmerz treibt zur suche zu einem ausweg Die weibliche Performerin bleibt zurück in dem uns allen so wohlbekannten Schmerz, der Verzweiflung nach einer Ablehnung, einem Verlust, dem Zorn, dem verletzten Stolz und der schlimmen Angst in so einer Situation.

In Zeitlupe mit verzerrtem Gesicht versucht sie – einen anderen Ausweg sieht sie nicht – langsam mühsam ihr EGO irgendwie zu verkleinern, die Luft rauszuquetschen.

Sie braucht dafür sehr viel Zeit und Energie.

Szene N° 6 „Das Ego wird kleiner, neue Möglichkeiten tun sich auf“

das ego wird kleiner, neu möglichkeiten tun sich auf Während sie so quetscht und werkt, kommen nach und nach fast unmerklich Tänzer auf die Bühne, drehen sich auf Scheiben, tanzen Duos und Trios, Jonglieren, gehen auf Stelzen, springen, und schwingen auf einem Trapez, usf.

Es entsteht ein skurriles Traumbild.

Szene N° 7 „Das Publikum kann diese Möglichkeiten auch ergreifen“

das publikum kann diese möglichkeiten auch ergreifen Ebenso fast unbemerkt wird die 4. Wand durchbrochen, Tänzer und Performer mischen sich nach und nach unters Publikum, und Zuschauer werden eingeladen auf Scheiben zu drehen, Bewegungsabläufe mitzutanzen, zu improvisieren und zu jonglieren, … ohne sich von ihrem EGO behindern zu lassen – es zumindest zu versuchen, wenn sie das möchten.

Beifall wird nicht wie üblich den Performern gespendet, sondern kann untereinander zwischen allen Anwesenden ausgetauscht werden.

Es werden Zeitgenössischer Tanz, Moderner Tanz, Akrobatik und Hebefiguren, Trapez-, und Zirkuskünste, sowie Improvisation und Sprache, Theater und Schauspiel zur Darstellung verwendet. An der hinteren Bühnenwand sind Holzpflöcke befestigt, auf die man „wie Salamander“ klettern kann – so dass während allen Szenen, die Bühne in verschiedene kleine Bilder aufgeteilt ist, die dreidimensional und gleichzeitig geschehen. Simultan wird die gesamte Dramaturgie von einem Übersetzer / Schüler (!) in der Gebärdensprache erzählt – auch wenn keine Menschen mit Hörbehinderung anwesend sein sollten.